Die Gegenwart ist nicht ordnungslos. Viele ihrer härtesten Zumutungen entstehen gerade dort, wo Ordnung funktioniert: Anträge werden in Portalen vorsortiert, Bonität wird durch Scores gewichtet, Sichtbarkeit wird durch Rankings verteilt, Lasten werden über Schnittstellen verschoben.
Die Frage ist deshalb nicht mehr nur, wer entschieden hat. Sie lautet: Welche Form hat die Folge hervorgebracht — und kann diese Folge die Stelle erreichen, an der die Form tatsächlich wirksam wurde?
Das Projekt entwickelt daraus eine Theorie zurechenbarer Macht. Es verschiebt den Schwerpunkt von nachträglicher Schuldzuweisung hin zu einer Architektur: Ordnungen dürfen wirken, aber sie dürfen ihre relevanten Folgen nicht herrenlos machen.